Dorfhymne

In Rohrbach beheimatet ist eine, bereits über unsere Orts- und Gemeindegrenzen hinaus bekannte Mundartdichterin, Frau Margret Pfaffenbichler. Wir dürfen Sie hier vorstellen und auch eine Kostprobe, das Gedicht Dorfhymne (für Rohrbach geschrieben anlässlich der Eröffnung und Einweihung des neuen Feuerwehrhauses im September 2000), präsentieren:


Margret Pfaffenbichler

geborene Margaretha Maria Bauer,

am 19.10.1934 in Gutenbrunn bei Herzogenburg (N.Ö.)
Eltern: Karl und Franziska Bauer, Vater Landwirt und Wagner
Geschwister: Bruder Karl, geb. 1940


Werdegang:

1940 bis 1948 Grundschule
1949 bis 1951 Landwirtschaftliche Fortbildungsschule
1951 bis 1964 Mitarbeiterin im elterlichen Landwirtschaftsbetrieb und Haushalt. Nebenbei zahlreiche Kurse und Seminare in Richtung "Literatur". Erste druckreife Geschichten und Gedichte. Freie Mitarbeiterin bei etlichen Zeitungen.
1960 Gesellinnenprüfung in Ländlicher Hauswirtschaft
1964 Übernahme der elterlichen Landwirtschaft
1965 Verpachtung der elterlichen Landwirtschaft. Eignungsprüfung für den Postdienst
1965 bis 1969 Postdienst. "Einsätze" an verschiedenen Orten: Reidling, Herzogenburg, St.Andrä v.d. Hagenthale, Tulln, Perschling
1969 Heirat mit Alois Pfaffenbichler, Vermessungstechniker. Umzug ins Dorf Rohrbach
1970 Entscheidende Begegnung mit dem Dichter des Weinlandes, Prof. Lois Schiferl aus Hadres. Ermunterung durch ihn zum vorhandenen dichterischen Talent. Ab diesem Zeitpunkt intensive Hinwendung zu Mundart. Bald schon erste Arbeiten in N.Ö. Mundart, in Reim und Prosa. In der Folge Auftritte bei örtlichen Festen.
1981 erstes Mundartbüchlein, "Klaub dar wos aussa..."
1988 zweites Mundartbüchlein, "Miteinander umgeh' lerna..."
1994 drittes Mundartbüchlein, "Mia Kleanan"
1998 Buch in Schriftdeutsch, "Kirschen am Sommerhut"

Für das Dorf ROHRBACH geschrieben, anlässlich der Eröffnung und Einweihung des neuen Feuerwehrhauses, im September 2000.

Dorfhymne


Mia kinnan uns grataliern
zum "neuchn Onsehgn"
va unsare Dörfer.


Frühahraszeitn habm den Dörfer
net gor a so an O(n)wert ghobt,
de Stodt, de wor gegn uns in Vortäul -
mia san a weng hintnochi toppt.


D'Stodt hot Büldung, bessas Wissn,
und überhaupt wor's uns vorau';
(na, um uns wor's net so gnedi
mia habm holt ah wo glebt - hi 'dau').


Do sama dann zun Denka kemma
- iatzt hot sih jo des Bladl gwend't - !
mia habm uns ah zu wos entwicklt
und guat is', waunn sein' Wert wer kennt!


So habma langsom, Schriatt für Schriatterl
- und mia jo olle mitanond -
am gonz am neuchn "Dorfbüld" goarbat -
und iatztn siahgst scho ollahond!


Nimm grod her do, unser Dörfal
schau um dih, loss d'Äugl fliagn -
wos do scho' ollas gschehgn is, Leutl,
wos ma habm, und nuh grod kriagn!


Bluman habma on d'Fassadn,
unsre Häuser san nett gricht't,
und da Mittlpunkt, de Kircha,
kriagt iatzt ah grod frisch a Gsicht.


Nebm da Kircha habma weiders
waunn wer über d'Nocht bleibm wüll
für de Fremdn etla Betta -
gostfreundli; und d'Nacht san stüll.


Köllagossn, neuch entdeckte,
wer durt wandlt, wird wos gspürn:
durt konnst dih in' gaunz fein' Nebel
wirklih für a Zeit valiern!


Rot dagegn - is d'Foarb der Feu'rwehr!
und ih hol mit Schwung iatzt aus,
aufstrohlen soll in uns'rer Mittn
Sankt Florian - mi'n Feu'rwehrhaus!


Passt so guat uns her i's Dörfal
doh net agleih nur Schmuck und Zier!
Na, waunn wirklih wer in Not is,
kemman's Hölfa - dir und mir!


Bleibt grod nur mehr, ollan z'donka,
de mit eahnra Geisteskroft
und mit eahnra Hände Oarbat
alls so z'sammbrocht habm, und gschofft!


Ja, zerscht d'Orbat - iatzt kimmt's Feiern!
des ghört z'samm; mocht's d'Fenster weit!
Und de Herzn nuh vül weider -
es Dorf hot iatzt sei' - Aufbruchszeit!

© Margret Paffenbichler