
Das Dreieckangerdorf, dessen Name soviel bedeutet wie "Bach mit auffällig viel Rohr, Schilfrohr oder Röhricht", wurde um 1230 erstmals erwähnt.
Da der Ortsname in Niederösterreich mehrfach vorkommt, sind sichere Zuweisungen von Nachrichten zu diesem Orte nur schwer möglich. Sicher besaß hier aber das Passauer Domkapitel um 1230 Zehente. Als Inhaber von Gülten sind im Mittelalter die Tursen von Lichtenfels (bis zumindest 1317), das Stift Zwettl (ab diesem Jahr), die Stuchsen von Trauttmansdorf (zumindest bis 1319), die Puchheimer (ab diesem Jahr), die Sonnberger (zumindest bis 1331), die Burgkapelle zu Sonnberg (ab diesem Jahr), die Maissauer und Stockhorner (beide zumindest um 1400), Stephan von Hohenberg (1434 Lehensherr in Rohrbach), Veit Radenbrunner (1434 Lehensmann des Hohenbergers), die Landesfürsten (zumindest ab dem 15. Jh. Lehensherrn zuerst des Hans Rewtter und im 16. Jh. der Familie Fünfkirchner, ab 1620 vermutlich der Familie Breuner) sowie die Ebersdorfer (im 16. Jh. Inhaber des Kirchenlehens und wohl auch der Ortsobrigkeit) bekannt.
Aus der ersten Hälte des 16. Jh. ist ein Dorfgerichtsweistum erhalten: Demnach gehörten auch die Dörfer Dippersdorf, Kiblitz und Großwetzdorf zum Ambt Rohrbach, in dem die Ebersdorfer auch über den Wildbann verfügten. Die ganze Neuzeit über bildete Rohrbach ein eigenes Gut, verbunden mit der Herrschaft Wetzdorf, die auch die Ortsobrigkeit innehatte. Im Jahre 1590 waren in dem damals als Obern Rohrbach bezeichneten Dorfe begütert: 13 Häuser gehörten Anndre Rechwein auf (Klein-)Wetzdorf, fünf Hanns Mosser auf Winkelberg, vier Herrn Bernhard Turczo auf Grafenegg, drei Georg Bayr auf Unterdürnbach, drei Herrn Siegmund Friedrich Fugger auf Oberstockstall, zwei Herrn Hanns Christoph von Puchheim auf Göllersdorf, zwei Herrn Ehrenreich von Neidegg auf Wildegg sowie je eines Herrn Hans Wilhelm von Roggendorf auf Sitzendorf, Sebastian Grabner auf Rosenburg, Ehrsam Leisser auf Schiltern und Frau Hammer auf Breiteneich.
Weitere Untertanen sollen hier in der Neuzeit abgesehen von den unten zu 1822 genannten auch die Herrschaften St. Andrä als Nachfolgerin der Propstei SchrattenthaI, Mittergrabern, Nalb (als Rechtsvertreter des Stiftes Göttweig) und der Deutsche Ritterorden gehabt haben. 1822 waren hier die Herrschaften Wetzdorf, Stockstall, Maissau, Schönborn, Grafenegg, Senftenberg sowie die Pfarre Rohrbach begütert. Das Landgericht übte die Herrschaft Grafenegg aus, Ortsobrigkeit war Wetzdorf.
Die Pfarre Rohrbach entstand wohl im 14. Jh. aus der Mutterpfarre Kirchberg am Wagram, Untertanen hatte sie unter anderem auch in Kiblitz. In den Wirren des 16. Jh. wurde die Pfarre Rohrbach, damals bereits ein Lehen der Ebersdorfer, zumindest im Jahre 1544 von Radlbrunn aus versehen. Von den Ebersdorfern kam die Pfarre an die Liechtensteiner auf Wetzdorf.
Schließlich wurde der Pfarre Rohrbach die Dotation entzogen und die Jurisdiktion dem Pfarrer von Großweikersdorf überlassen. Es gab teilweise verheiratete oder nachgewiesenermaßen "sektiererische" Pfarrer, und noch 1618 legten die Herren von Prösing einen lutherischen Friedhof an. Die wenigen Katholiken besuchten damals den Gottesdienst in Glaubendorf. Von Kaiser Ferdinand II. wurde das Pfarrlehen schließlich eingezogen. Als die Pfarre Rohrbach 1666 neu dotiert und wiedererrichtet wurde, unterstellte man ihr auch Dippersdorf, Kiblitz und die alte Pfarre Glaubendorf. 1783 wurden Groß- und Kleinwetzdorf als selbständige Pfarre abgetrennt.
Den pfarrlichen Verhältnissen entsprechend gab es in Rohrbach auch eine Schule. 1580 ist hier ein Schulmeister nachgewiesen, der damals zehn Knaben unterrichtete. 1787 war das Schulgebäude bereits so desolat, dass der inspizierende Beamte nur feststellen konnte: Ist ganz neu auf einen (!) Acker hinter der Kirche zu bauen und neu einzurichten.
Schule 1958 :
Die Pfarrkirche HI. Andreas geht in ihrem Kern wahrscheinlich bis in die romanische Epoche zurück, präsentiert sich heute aber nach einem 1758 nach den Plänen von Mathias Gerl erfolgten Umbau als barockisierte Saalkirche mit gotischem Chor. Bemerkenswert sind die an der Kirche befindlichen Grabsteine aus Zogelsdorfer Sandstein sowie eine westlich des Ortes aufgestellte Dreifaltigkeitssäule mit Opferstock aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert.
Das Dorf umfasste nach einer Zählung von 1587 24 Häuser, was gut mit der Angabe der Theresianischen Fassion (28 Bauernhäuser) von 1751 zusammenstimmt. Das Bereitungsbuch von 1590 berichtet allerdings von 36 Häusern. 1834 wurden hier 40 Häuser und 314 Einwohner gezählt. Deren Gesamtzahl fiel bis 1880 auf 253 Personen, um dann bis 1910 mit einer stärkeren Vermehrung nach 1900 (273) auf 308 Personen zu steigen. Nach dem Ersten Weltkrieg lebten hier in 64 Häusern aber nur mehr 256 Einwohner. An Handwerkern gab es Schuhmacher und Schneider. Die Dorfbewohner betrieben zwar Wein- und Ackerbau, doch verkauften sie lediglich Wein und Obst nach Wien.
Die Jagd in den verhältnismäßig umfangreichen Wäldern wurde als "ergiebig" beschrieben, das Klima als gesund und das Wasser als "sehr gut". Der Viehbestand betrug damals bei Stallfütterung neun Pferde, zwölf Ochsen, 49 Kühe, 68 Schafe, drei Ziegen und 82 Schweine.
Hochwasserschaden nach Unwetter im Juli 1929 :